Ein Auto für den Staat!
In der Nacht von Sonntag auf Montag wurde auf der MEBO ein Autofahrer mit mehr als 1,5 Promille Alkohol im Blut erwischt. Dass man in diesem Zustand nicht mehr fahren sollte ist mir schon klar, dass man dafür den Führerschein abgeben und horrende Geldstrafen zahlen muss, ist man bereits gewohnt, aber dass dieser Mann nun auch sein Auto dem Staat zur Versteigerung überlassen muss, ist neu! Mich wundert es nicht weiter, dass dieses Gesetz italienweit zum ersten Mal gerade in Südtirol angewandt wurde.
Dieses Gesetz hat mit Bestrafung nichts mehr zu tun. Der Staat nimmt sich hier die Freiheit auf das Privateigentum zurückzugreifen. Dazu hat er kein Recht! Was soll als nächstes folgen? Wird mein Haus versteigert? Werden mir meine Kinder abgenommen, weil ich als “Alkoholiker” und dadurch schlechtes Vorbild nicht mehr erziehungsberechtigt bin?
Ich wette den zehnfachen Betrag meiner Steuerrückzahlung (siehe früherer Post), dass dieses Gesetz vor dem Europäischen Gerichtshof nicht standhalten würde! Aber leider haben unsere Herrn Politiker (und damit meine ich alle, nicht nur die regierende Partei SVP) nicht den Mumm oder vielleicht auch nicht den Willen, etwas gegen diese mutwillige Zerstörung von Existenzen zu unternehmen.
Welche Art der Bestrafung gerechtfertigt ist, sollen andere entscheiden. Jedenfalls darf es nicht so weit kommen, dass Menschen, die einmal einen Fehler machen, ein Leben lang dafür büßen müssen!
Wenn sich nicht bald etwas ändert, dann ist es nur noch eine Frage der Zeit, dass betroffene Menschen zum Selbstmord getrieben werden. Ist es das, was man damit bezwecken will? Ich hoffe nicht!
3. Juni 2008 um 6:33
Unsere Politiker sind die Besten … und dürfen sich gerne auf die Brust klopfen, wenn jetzt keiner mehr anhält und die Polizisten ganz einfach über den Haufen fährt …
3. Juni 2008 um 11:29
@Didi
Wenn ich mir da überlege, dass bisher meine Aufenthalte in Südtirol mit Dauerpromillezuständen charakterisiert waren …
Du kennst das ja, wo ich hin und wieder meine Ferienzeit verbracht habe…
4. Juni 2008 um 8:06
Am gestrigen Dienstag hat der Staat seinen Fuhrpark um weitere 3 Autos aus Südtirol aufgestockt!
4. Juni 2008 um 9:10
und was sagt ihr dazu wenn ein betrunkener euer kind überfährt und tötet?
4. Juni 2008 um 9:23
@KS: Ich glaube die Strafen waren so oder so schon Abschreckung genug! Ich muss einen Menschen nicht ruinieren, nur weil er etwas getan hat, das theoretisch sehr schlimm hätte ausgehen können. Wenn ich das tue, dann muss ich z.B. auch jeden einsperren, der beim Telefonieren am Steuer erwischt wird! Oder beim Rauchen! Oder bei Geschwindigkeitsübertretung! Und so weiter! Wenn ich das so praktiziere, dann gibt es bei uns in 3-5 Jahren praktisch keine Autofahrer mehr!
4. Juni 2008 um 9:57
…und ich habe mir ein neues Auto gekauft!!! Na bravo.
4. Juni 2008 um 10:03
@Hanspeda: Do Petto a!
9. Juni 2008 um 2:21
Na immerhin:
http://www.stol.it/nachrichten/artikel.asp?ArtID=117212&p=1&KatID=fa&SID=1168451010885566217212
12. Juni 2008 um 1:20
Und das schreibt die Tiroler Tageszeitung zu diesem Thema:
http://www.tt.com/tt/tirol/story.csp?cid=3160&sid=56&fid=21
31. Juli 2008 um 4:43
Am Ende ist jeder selber dafür verantwortlich, ob er das Risiko eingehen will das Auto zu verlieren. Niemand sagt du darfst nicht fahren!!! Nur wenn du erwischt wirst bedeutet das Auto weck usw. Wenn man mit über 1,5 fährt ist manch einer nunmal so besoffen, dass er die Strasse nicht mehr sieht. Das heisst aber nicht, dass er jemanden tot fährt oder fast noch schlimme zum Krüppel. Wenn nicht ok, wenn doch…was dann? Dann wäre er wahrscheinlich froh gewesen “nur” die auch wenn harte Strafe zu bekommen, wenn die Polizei kurz vor dem Unfall kontrolliert hätten. Langer Rede kurzer Sinn: die Strafe ist im Prinzip egal, wenn der Mensch nicht schlau genug ist sich mit einem “Heillosen” hinters Lenkrad zu klemmen.”
31. Juli 2008 um 4:58
@cb:
Da kann ich Dir nur bedingt recht geben! Es ist nicht egal, wie das Strafmaß aussieht, da dieses in Relation zu anderen Straftaten stehen muß, was bei der Autogeschichte leider nicht der Fall ist! Auch ist es nicht in Ordnung, dass jemand, der zufällig ein geliehenes oder geleastes Auto fährt, noch einmal mit einem blauen Auge davon kommt, der andere aber seinen Wagen abgeben muß, weil es nun mal sein Eigentum ist. Und findest Du es gerecht, dass jemand, der ein Auto im Wert von 1000 Euro fährt, wesentlich besser dasteht, als jemand der gerade einen Neuwagen für 25.000 Euro gekauft hat? Ist das wirklich gerecht? Ist es also wirklich so egal, wie Du es sagst?
1. August 2008 um 11:43
Natürlich muss die Strafe in Relation zur Straftat stehen. Man wird aber effektiv zum Mörder wenn man nicht mehr rechtzeitig reagieren kann, weil man zu besoffen ist…gibt es eine grössere Straftat als Mord?
Des weiteren ist es doch logisch, dass der Staat nicht das Eigentum von “Unschuldigen” einbeziehen kann, nur weil ein anderer mit ihrem Eigentum scheisse gebaut hat! Zum letzten Argument kann man eigentlich da nur sagen, dass es wahrscheinlich einen Grund hat wenn jemand nur mit einem alten Auto unterwegs ist, das kaum noch was wert ist, oder ob er einen neuen Q7, X5 usw. weiter fährt. Also kann auch der mit dem grösseren Auto das wahrscheinlich leichter verkraften als der andere. Wobei in der Relation wahrscheinlich dem einen der Verlust seines 1000 € Wagens genauso schmerzt.
1. August 2008 um 1:04
Wenn das so sein soll, dann werde ich mir in Zukunft nur noch alte Schleudern kaufen. Sollte jeder so machen! Und wenn das dann auf Staatsebene so gemacht wird, dann möchte ich sehen, wo die ja so oder so schon angeschlagene italienische Wirtschaft darunter zusammenbricht…
1. August 2008 um 1:58
kein Argument, aber auf jeden Fall günstiger als ein grosses Auto
1. August 2008 um 2:22
so schlecht kann die Massnahme doch nicht sein,
siehe aktuellen Artikel auf Stol
http://www.stol.it/nachrichten/artikel.asp?ArtID=121215&p=1&KatID=d&SID=103517486088126217212
1. August 2008 um 2:56
@ cb: Ma kecks et
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